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DFG-Forschungsnetzwerk Psychometrie impliziter Motive

Felix Schönbrodt (LMU München) & Birk Hagemeyer

Die Messung impliziter (nicht-bewusster) Motive mithilfe des Thematischen Apperzeptionstests und verwandter Verfahren ("Picture Story Exercises"; PSE) hat eine lange Tradition in der klinischen Praxis und in der psychologischen Grundlagenforschung. Gleichzeitig hat das Interesse an impliziten Motiven in den letzten 15 Jahren, unter anderem inspiriert durch die strikte Unterscheidung zwischen impliziten und expliziten Dispositionen, stark zugenommen. Die psychometrische Qualität der PSE-Methodik wurde häufig kritisiert, obwohl ihre Validität vielfach und eindrucksvoll belegt ist. In Reaktion auf diese Methodenkritik wurde wiederholt argumentiert, dass die Klassische Testtheorie keine geeignete Rahmentheorie für PSE-Messungen ist. Allerdings existiert bis heute kein Konsens darüber, wie eine alternative Messtheorie aussehen könnte. Das wissenschaftliche Netzwerk unter der Leitung von Dr. Felix Schönbrodt (LMU München) und Dr. Birk Hagemeyer (FSU Jena) führt Expert/innen der Motivationspsychologie mit Expert/innen für statistische Methoden und Psychometrie zusammen, um gemeinsam eine Messtheorie für PSEs zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden bestehende theoretische Ansätze gesammelt, integriert und erweitert, sowie Möglichkeiten sinnvoller Modifikationen der PSE-Methode diskutiert. Anhand bereits vorhandener Datensätze können erste Prüfungen innovativer Messmodelle bereits im Rahmen der Netzwerkarbeit stattfinden. Darauf aufbauend sind anschließende kooperative Projektanträge an die DFG vorgesehen, in denen neu erarbeitete Ansätze zur Motivmessung weiter geführt werden. Das Netzwerk besteht aus 11 Nachwuchswissenschaftler/innen aus Deutschland und Österreich sowie 5 internationalen Expert/innen aus den Bereichen Motivation und Psychometrie, die Gastbeiträge zu den vorgesehenen 6 Netzwerktreffen (2013/2014) leisten werden. Weitere Informationen wird es bald auf einer eigenen Homepage geben.