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DFG-Projekt: Dynamik impliziter Motive im Kontext intimer Partnerschaften

Birk Hagemeyer, Sebastian Pusch, Caroline Zygar (LMU München) & Felix D. Schönbrodt (LMU München)

Das von der DFG geförderte Projekt wird in Kooperation mit PD Dr. Felix Schönbrodt (LMU München) sowie dem Deutschen Beziehungs- und Familienpanel (pairfam) im Zeitraum vom 01.06.2016 bis 31.05.2019 durchgeführt. Ziel des Forschungsvorhabens ist eine umfassende, längsschnittliche Untersuchung der Bedeutung impliziter Motive für (a) langfristige Entwicklungsverläufe und (b) kurzfristige Motivations- und Regulationsprozesse in intimen Partnerschaften. Implizite Motive sind definiert als Bedürfnisdispositionen, die, obwohl nicht bewusst repräsentiert, das Verhalten und Erleben von Individuen energetisieren und auf bestimmte affektiv bewertete Zielzustände ausrichten. Im Kontext intimer Partnerschaften lassen sich solche Zielzustände in zwei Klassen einteilen: Kommunale Zielzustände, die das Bedürfnis nach Intimität, Nähe und Gemeinschaft mit dem Partner ansprechen und agentische Zielzustände, die individualistische Bedürfnisse nach Selbstbehauptung, Unabhängigkeit und Dominanz betreffen. Kommunale und agentische Motive bilden distinkte Bedürfnisdimensionen, die sich bereits querschnittlich und in prospektiven Studien als valide Prädiktoren der Beziehungsqualität erwiesen haben. Allerdings fehlen bisher Längsschnittstudien mit wiederholter Motivmessung, die eine Analyse der dynamischen Wechselwirkungen zwischen Motiven und Partnerschaftsprozessen ermöglichen. Außerdem sind die motivationalen Mechanismen, die diesen Zusammenhängen zu Grunde liegen, weitgehend unerforscht. Hier setzt das Forschungsprojekt an: Erstens sollen am Standort Jena in einer Teilstichprobe des Deutschen Beziehungs- und Famillienpanels (pairfam) implizite Motive dreimal im Abstand von jeweils einem Jahr erfasst werden, um (a) die Prädiktion langfristiger Entwicklungsverläufe in Partnerschaften zu ermöglichen und (b) langfristige dynamische Wechselwirkungen zwischen Partnerschaft und Motiven zu untersuchen. Zweitens soll am Standort München ein extensiver Mikrolängsschnitt (experience sampling) implementiert werden. Dadurch sollen (a) kurzfristige individuelle motivationale Mechanismen und (b) dyadische Regulationsstile identifiziert werden, die der langfristigen Dynamik zwischen impliziten Motive und Partnerschaften zu Grunde liegen.